Mittwoch, 2. Dezember 2009

Mitmachpartner

Um Aufmerksamkeit zu erhalten, sollte man was tun.
Wir haben eine gezielte Auswahl an Mitmachpartnern zu benennen:

www.machmitmuseum.de
http://ftp.drk.de/mach-mit/index.php
www.kika.de/fernsehen/a_z/m/mitmachmuehle/index.shtml
www.machmit-5amtag.de/cms/www.machmit.de/
http://home.arcor.de/kleckse/index3.htm
www.trinkfit-mach-mit.de/

Montag, 16. November 2009

Ossama OBAMA Ossama

Er glaube, dass es heute kein Problem gebe, das ohne China und Amerika zu lösen sei. Man müsse nach Kräften kooperieren. Er wolle China nicht eindämmen. So reden Manager, wenn sie aus zwei Firmen versuchen eine zu machen. Jeder weiß dann zwar, dass nicht die Wahrheit gesprochen wird. Aber jeder weiß auch, dass es gar nicht anders geht, wenn zwei Kulturen nicht aufeinanderprallen sollen. Amerika und China seien sich ähnlich und unterschiedlich zugleich, sagte Obama.

Shanghai ist dafür der beste Beweis. Es sieht aus wie New York - Wolkenkratzer, Stoßverkehr, im November regnet es. Aber es ist ein New York ohne Freiheitsstatue und ohne Zugang zur Internetseite von youtube.

Schmeicheleien aus dem Mund des Präsidenten

Wenige Stunden bevor Obama das Museum betrat, wurden von der zuständigen Zensurbehörde noch schnell 1800 Web-Seiten geschlossen, berichtete die Lokalzeitung. Die Polizei, auch das stand zu lesen, mache derzeit Jagd auf Karaokebars und Spielhöllen. Man wolle, sagt der Polizeisprecher, "die Gesellschaft säubern". Man könnte meinen, Summers sei in der vergangenen Nacht in einer der Bars gewesen, die dem Auge der Gesetzeshüter entgangen sind.

Obama sprach über Frauenrechte. Summers' Kopf sackte in Richtung der rechten Schulter weg. Er hatte sichtlich den Anschluss im amerikanisch-chinesischen Dialog verloren. Der neben ihm sitzende David Axelrod war genauso müde, aber er konnte es besser verbergen. Er kramte einen Stift aus der Tasche und begann, sich Notizen zu machen. Das war doppelt klug: Es sah gelehrig aus, wo er doch in der Blickachse des Chefs saß, und es half beim Wachbleiben. Axelrod ist der oberste Strategieberater Obamas. Hier konnte man lernen, warum.

Die Studenten fragten das, was man als chinesischer Student so fragt, wenn man seine Parteikarriere befördern will. Wie der Präsident zu Taiwan steht? Wie er den Frieden sichern will? Obama antwortete, was man so antwortet, wenn man das für den morgigen Dienstag geplante Gespräch mit der chinesischen Staatsführung nicht belasten will. Er sei für die Ein-China-Politik, also gegen die Unabhängigkeit Taiwans. Und für den Frieden zu arbeiten sei hart und bedürfe mehr als einen US-Präsidenten, zum Beispiel noch einen chinesischen. Große Mächte müssen kooperieren, schmeichelte er.

Obama preist das freie Web

Der US-Botschafter brachte dann ein bisschen Schwung in die Veranstaltung mit einer Frage nach Twitter und dem freien Zugang zum Internet, wobei die beiden Worte nur der Platzhalter für die Worte Demokratie und Freiheit waren. Die Frage gefiel dem Präsidenten. Wahrscheinlich hatte er sie selbst mitgebracht.

Seiner Meinung nach komme eine Gesellschaft besser voran, wenn sie offen sei, sagte Obama, offen auch für die Meinung Andersdenkender. Ohne das Internet wäre er gar nicht Präsident geworden. Natürlich würden die Mächtigen im Internet viel kritisiert, er jetzt auch. Aber nicht nur das Land werde dadurch besser, sondern auch der Präsident. Er jedenfalls halte den offenen, den ungefilterten Zugang zu Informationen für ein "universelles Recht".

So freundlich hatte den Chinesen noch keiner gesagt, dass sie eine Diktatur sind. Rockstars sammeln Zimmerschlüssel, Obama Sympathiepunkte. Der Schlussapplaus fiel großzügig aus. Er war das notwendige Signal zum Aufbruch, vor allem für Larry Summers. Der schreckte hoch, klatschte schnell noch die letzte Runde mit. Richtig erfrischt sah er jetzt aus.

Dienstag, 22. September 2009

Abkürzungen für Url-Adressen

Liebling, ich habe die URL geschrumpft: War die Web-Adresse vorher ellenlang, besteht sie jetzt nur noch aus wenigen Buchstaben und Zahlen. Möglich machen es Dienste wie Tiny (tiny.cc), Tr.im (tr.im) oder Bit.ly (bit.ly). Das Gute an ihnen ist nicht nur, dass sie sich gratis nutzen lassen - und das Problem dahinter nicht allein, dass sie durchweg englischsprachig sind.

Wozu URLs überhaupt schrumpfen? Angenommen, Musikfan A hat beim Surfen in einem großen Onlineshop entdeckt, dass die Veröffentlichung eines Best-of-Albums von Madonna bevorsteht. Will er das Musikfan B per Link mitteilen, hat er ein Problem, schließlich lautet der Link: www.amazon.de/Celebration-Madonna/dp/B002JM1VGO/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1252340123&sr=8-1.

Was tun? Den Link bei bit.ly eingeben, die Enter-Taste drücken, und schon ist er - einem speziell programmierten Schrumpf-Verfahren sei dank - um einiges handlicher und lautet bit.ly/puKCo. Bei Tr.im schnurrt er sogar noch mehr zusammen: tr.im/y61Z. Das Tiny-Pendant lautet tiny.cc/jhfAe. Wer noch ein bisschen herumprobieren will, kann das bei cli.gs, is.gd, kl.am oder su.pr tun.

Perfekt für Twitter

Doch ganz egal, welcher Dienst zum Einsatz kommt: Das Ergebnis passt nicht nur locker in eine E-Mail-Zeile, es sprengt auch keine Twitter-Nachricht, die ja maximal 140 Zeilen lang sein darf. "Twitter war sicher der Durchbruch für das Ganze", sagt Candid Wüest vom Unternehmen Symantec in Aschheim bei München, einem Anbieter für IT-Sicherheitslösungen.

Soweit, so praktisch - allerdings hat die Sache einen Haken: „Der eigentliche Link wird maskiert, und ich erkenne nicht, wohin der gekürzte führt", wie Urs Mansmann von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift "c't" erläutert. Das wird dann zum Problem, wenn dahinter nicht etwa ein Musikfan steht, der auf das neue Album von Madonna hinweisen will, sondern zum Beispiel ein Spammer.

Im harmlosesten Fall will er unbedarfte Surfer nur auf eine Seite lotsen, auf der er für gefälschte Markenuhren und Potenzpillen zu scheinbar unschlagbaren Preisen wirbt. "Trotzdem lande ich dann irgendwo, wo ich nicht hinwollte", sagt Candid Wüest. Wer mehr Pech hat, den führt der geschrumpfte Link auf eine infizierte Webseite, über die er sich Schadprogramme einhandelt, die unbemerkt ihr Werk verrichten.

Gefahr durch Phishing?

„Es ist natürlich auch möglich, dass das in einem Phishing-Kontext benutzt wird", warnt Nora Basting vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn: Der Nutzer landet auf einer von Kriminellen manipulierten Bank-Webseite, gibt dort Zugangsdaten zu seinem Online-Banking-Konto ein - und ist ruckzuck um einen Batzen Geld ärmer. "Im Grunde genommen sollte man solchen Links deshalb gar nicht folgen", gibt Basting die Position des BSI wieder.

Wer mit dem Risiko leben möchte, sollte zumindest Vorsorge treffen - mit Browser-Plugins, die die Links aufschlüsseln und eine Vorschau auf das ermöglichen, was sich dahinter verbirgt. "Die Erweiterungen setzen zwar aktive Inhalte wie Java-Script voraus, was wiederum ein Sicherheitsrisiko ist." Aber verzichten sollten Surfer deswegen nicht darauf, so Basting - und empfiehlt etwa securebrowsing.finjan.com für den Internet Explorer und den Firefox sowie www.longurlplease.com (nur Firefox). Einige Kurz-URL-Dienste erlauben die Vorschau auch selbst.

Vorhaltedauer prüfen

Noch etwas sollten Nutzer von Tiny, Tr.im und Co. im Hinterkopf haben: „Man muss darauf achten, wie lange die Kurz-Links aktiv bleiben", rät Urs Mansmann. Tr.im etwa garantiert nur registrierten Nutzern, ihre Kurz-URLS "niemals" zu löschen. Bei Links, die Nutzer ohne Mitgliedskonto erstellt haben, behalten sich die Betreiber vor, sie irgendwann erneut zu verwenden.

Und was passiert, wenn ein Dienst von heute auf morgen dichtmacht oder dichtmachen muss - als Ergebnis eines Insolvenzverfahrens zum Beispiel? Candid Wüest rät Nutzern, auf Nummer sicher zu gehen: „Ich würde die Links immer nur für kurze Zeiträume verwenden." Das heißt: Die unhandliche URL der eigenen Webseite wird besser nicht auf diesem Weg gekürzt. Im Fall des Bandwurms mit der Madonna-Nachricht ist das dagegen völlig in Ordnung. Denn ist das Album erstmal erschienen, ist der Link sowieso von gestern. (dpa)

Google-Logo von der Welt aus Hamburg

Manchmal machen Eltern einem das Leben nicht leicht. "Mein Vater fragt mich jede Woche: Junge, was machst du da?", erzählt Micheal Lopez. "Ich sage dann immer: Papa, ich zeichne den ganzen Tag." Aber das ist wohl eine Generationenfrage. Denn wer die Internetseite Google kennt und das Logo anschaut, ist Lopez schon begegnet. Der 29-jährige Kalifornier malt "Doodles" auf der Startseite, das sind die Bilder auf dem Firmenzeichen. Fans dieser Zeichnungen verehren Lopez wie einen Popstar.

Mit dem eigenen Sohn hat er in dem Punkt keine Probleme. Der elfjährige Nathan weiß, was der Vater macht, schließlich war er schon in seiner Schulklasse und hat ein paar Zeichen-Tricks gezeigt.

Dazu ist der Hobby-Basketballspieler auch bei einem Treffen mit der WELT sofort bereit. "Zum letzten Mal hatte ich Kreide in der Hand, als ich mit meinem Sohn Bilder auf die Steine unserer Auffahrt gemalt habe. Das ist aber schon eine Weile her", baut er zu großen Erwartungen vor. Lopez nimmt weiße Kreide und macht für seinen Besucher ein Hamburg-Doodle. In einer Seelenruhe zeichnet er zunächst die vier Anfangsbuchstaben des Logos, malt dann das "l" zur Turmuhr an den Hamburger Landungsbrücken um und arbeitet sich bis zu dem im Bild versteckten "e" vor.

Dabei wollte Lopez, der Sohn mexikanischer Einwanderer, eigentlich kein Zeichner in einer Internetfirma werden. In San Francisco studierte er Kunst an der Academy of Art und träumte von einer Zukunft als Künstler. "Dann habe ich aber erkannt, dass man damit kein Geld verdienen kann", erzählt er. Deshalb suchte er sich Arbeit bei einer Marketingfirma in San Jose, wechselte dann aber im Jahr 2003 als Grafiker zu Google. Seit 2005 macht er die Logo-Zeichnungen. Ideen dafür kommen ihm zu jeder Zeit und an jedem Ort. "Mir kann unter der Dusche ein Bild einfallen oder nachts, wenn ich aufwache."

Vorgaben hat er angeblich nicht. Nationale Feiertage oder Geburtstage gelten als regelmäßige Daten. "Wir haben bislang vielleicht 150 Doodles gemacht, aber es gibt keine feste Planung", sagt Lopez. Ohnehin verbringe er nur ein Fünftel seiner Zeit damit, den Rest arbeite er als Web-Designer. Entstanden ist das Ganze bei einem Musikspektakel in der Wüste Kaliforniens. Zu dem "Burning Man" genannten Treffen kamen auch etliche Google-Mitarbeiter. Um sich auf der Firmen-Internetseite darüber zu informieren, malte einer von ihnen einen "Burning Man" in das Logo - was Folgen haben sollte.

Dabei gilt ein Konzern-Logo für gewöhnlich als unantastbar. Coca-Cola, Marlboro oder Nivea trauen sich höchstens an minimale Änderungen heran, um die Wiedererkennung und damit den Wert der Marke nicht zu riskieren. "Wir sind anders, wir wollen uns selbst nicht zu ernst nehmen", sagt Lopez.

"So etwas geht nicht bei Marken, die über 100 Jahre gewachsen sind Aber was Google tut, ist auf diese Art perfekt", sagt Franz M. Schmid-Preissler, Berater und Markenexperte. Dies seien kunstvolle Markenbotschaften, die kleine Geschichten erzählten. "Sie geben dem Unternehmen eine Seele und eine Kultur", sagt Schmid-Preissler.

Dass Google die Bilder an Werbekunden verkaufen könnte, schließt Lopez aus. Doodles für Ford, UPS oder andere werde es nicht geben. "Ich habe meinen Leuten gesagt: Bevor wir das machen, will ich einen Doodle für meinen Geburtstag", sagt er. Mal sehen, welches Logo am 30. April auf der Seite steht.

Montag, 14. September 2009

800.000 Millionäre

Hätten Sie gedacht, das 1% Deutschlands Bevölkerung Millionäre sind?
Nein, dann sind Sie jetzt schlauer ;-)

Donnerstag, 3. September 2009

Superweb im Web

Hier entsteht ein Mitmach Web
Eine Website mit ganz einfachen Regeln.
Wir sind Frei - Free - Libre - مجاني - Gratuit - Ελεύθερος - Libero - 自由的
Denkend und animieren zum MitmachWeb.

Sonntag, 19. Juli 2009

Haus der Weisheit

Das Haus der Weisheit (arabisch: Bayt al Hikma - بيت الحكمة') ist eine Art Akademie, die im Jahr 825 von dem Abbasiden-Herrscher Al-Ma'mun in Bagdad gegründet wurde. Als Vorbild des Hauses der Weisheit diente die wesentlich ältere Akademie von Gundishapur.

Die Gründung des Hauses hängt eng mit der Geschichte der Papierherstellung zusammen. In Bagdad baute man zu dieser Zeit eine Papiermühle. Auf dem Suq al-Warraqin, dem Papiermarkt, gab es 100 Papiergeschäfte, von denen manches, von Lehrern und Schriftstellern betrieben, ein eigenes kleines Wissenschafts- und Literaturzentrum war. Die berühmtesten Papierhändler waren Ahmad ibn Abi Tahir (819-893) und Abu'l Faraj Muhammad ibn Ishaq (gest. 995).

Im Haus der Weisheit arbeiteten 90 Menschen an wissenschaftlichen Übersetzungen vor allem aus dem Griechischen in die Arabische Sprache. Al-Ma'mun schickte dafür einen Gelehrten seines Hofs nach Byzanz und bat den griechischen Kaiser, ihm mathematische Werke (u. a. die des Euklid) zu übergeben. Im Haus wurden alle Werke der Antike übersetzt, die aufzufinden waren. Unter anderem von Galen, Hippokrates, Platon, Aristoteles, Ptolemäus oder Archimedes. Unter der Leitung des Christen Hunayn ibn Ishaq entwickelten sie ebenso eine Technik des konzeptionellen anstelle des wörtlichen Übersetzens. In Bagdad arbeiten nach Aussagen des Historikers al-Qufiti in der Epoche des Aufbau des Hauses 37 Christen, 8 Sabäer und 9 Juden. Sie waren aufgrund ihrer Fachkenntnisse sowie Sprachkenntnisse wichtig für den Aufbau des Hauses. Unter den Mitarbeitern waren der Arzt Hunayn ibn Ishaq, der Astronom Thabit Ibn Qurra und der Mathematiker Al-Chwarizmi.

Neben dem Übersetzungszentrum zählt man zum Haus der Weisheit auch ein Observatorium, eine Akademie und eine reichhaltige Bibliothek sowie ein Krankenhaus. Nach dem Vorbild der Institution wurden ähnliche Einrichtungen in Córdoba und Sevilla geschaffen. Der Kalif Al-Hakim ließ um 1000 ein Haus der Weisheit in Kairo einrichten.

Mittwoch, 15. Juli 2009

1,3 Milliarden Menschen aus China machen mit

China das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Stellen Sie sich mal vor, 1 Milliarde Chinesen schließen sich dieser Seite an.
Wir sind Multikulturell offen und vielseitig, gerne mit China als Partner.

Hier ist eine besondere Empfehlung, für das deutschsprachige China-Portal mit Informationen fuer Ihre China-Reise, China-Forum, China-Fotos, China-Links, chinesischen Rezepten, China Blog, Kultur, Schrift und Wirtschaft.

Die Volksrepublik China (vereinfacht 中华人民共和国, traditionell 中華人民共和國, Pinyin Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó ist der flächengrößte Staat in Ostasien.

China ist ein kultureller Raum in Ostasien, der vor über 3500 Jahren entstand und politisch-geografisch von 221 v. Chr. bis 1912 das Kaiserreich China, dann die Republik China umfasste und seit 1949 die Volksrepublik China (VR) und die Republik China (ROC, letztere seitdem nur noch auf der Insel Taiwan, vgl. Taiwan-Konflikt) beinhaltet.

Freitag, 26. Juni 2009

International Aufruf im deutschsprachigen Raum


„Das Schlimmste steht uns noch bevor“, behauptete vor kurzem der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, angesichts von Hungerkatastrophen in zahlreichen Ländern. „Hungerrevolten, vielleicht sogar Kriege“, denn für Hunderttausende gebe es keine andere Alternative: Entweder verhungern oder Aufruhr.

Die „Internationale Staatengemeinschaft“ bereitet sich jedenfalls schon mal auf die kommenden Hunger-Aufstände vor: Anlässlich der Vorstellung seines Jahresberichtes 2007/2008 stellte das BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) vor wenigen Tagen fest, dass der Trend zu weltweiter Aufrüstung weiter anhält, während gleichzeitig das herrschende Ungleichgewicht zwischen Militärausgaben und Entwicklungsausgaben bestehen bleibt.

Die globalen Militärausgaben, die zwischen 2001 und 2006 real um etwa 30 Prozent zunahmen, beliefen sich 2006 - dem letzten Jahr, für das umfassende Zahlen vorliegen - auf geschätzte 1,179 Billionen US-Dollar.

Fast die Hälfte der weltweiten Militärausgaben entfiel auf die Verteidigungsausgaben der USA - insgesamt 528 Milliarden US-Dollar 2006. Die stetige Erhöhung des US-Militärhaushalts in den vergangenen sechs Jahren ist für einen beträchtlichen Teil des Gesamtanstiegs der weltweiten Verteidigungsausgaben seit 2001 verantwortlich. Weitere Spitzenreiter 2006 waren Großbritannien (59 Milliarden US-Dollar), Frankreich (53 Milliarden US-Dollar), China (50 Milliarden US-Dollar) und Japan (44 Milliarden US-Dollar).

Zudem blieb "das Ungleichgewicht innerhalb der Gebergemeinschaft zwischen Militärausgaben und Entwicklungsausgaben auch 2006 bestehen", betonte Peter J.Croll, Direktor des BICC. Während sich die offizielle Entwicklungshilfe 2006 auf 104 Milliarden US-Dollar belief, wendeten die 30 OECD-Mitgliedstaaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) 891 Milliarden US-Dollar für die Verteidigung auf - also etwa neunmal soviel.

In einem Geleitwort zum BICC-Bericht schreibt der Abrüstungsexperte Hans Blix: „Wir erleben eine Neuauflage der Politik des Kalten Krieges ohne Kalten Krieg - mit anderen Worten, einen Kalten Frieden.“ Es gebe nicht nur einen Stillstand in den Abrüstungsverhandlungen, sondern sogar Tendenzen zu einem neuen Wettrüsten.

Die von vielen Kommentatoren Anfang der 1990er Jahre versprochene „Friedensdividende“ nach Ende des „Ost-West“-Konfliktes wurde somit nicht in globale soziale Gerechtigkeit, sondern vielmehr in die Vorbereitungen für einen Welt-Bürgerkrieg, nicht in die Bekämpfung des Hungers, sondern in Repression gegen die Hungernden investiert.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Nackter Aufstand gegen ordnende Zwänge

Als Nacktheit bezeichnet man biologisch die Kleidungslosigkeit von Menschen und die Haar- oder Federlosigkeit von Tieren.
Psychologisch wird beim Menschen auch die mit der Nacktheit verbundene subjektive Empfindung selbst als Nacktheit bezeichnet, die je nach den Umständen Scham auslösen oder aber auch mit einem Gefühl der Befreiung einhergehen kann.
Dieses subjektive Empfinden von Nacktheit kann neben dem Fehlen von Kleidung auch auf dem Fehlen von Haaren oder gewohnheitsmäßig am Körper getragenen Gegenständen wie Waffen, Schmuckstücken, Perücken oder Schminke beruhen.

Der Mensch ist als einziger Primat und wie die Hausschweine und Wale von Natur aus nackt, das heißt großflächig wenig behaart. Evolutionsbiologen gehen davon aus, dass die Vorfahren der heute lebenden Menschen infolge der Nutzung des Feuers (vor rund 500.000 Jahren) und/oder des Aufkommens der Kleidung allmählich ihre Körperbehaarung mit Ausnahme der Kopf-, Achsel- und Schambehaarung reduzierten. Da eine wesentliche Funktion der Behaarung im Erhalt der Körperwärme liegt, lag möglicherweise ein wichtiger Vorteil der Nacktheit in der besseren Fähigkeit des frühen Menschen, Beutetiere bei höheren Temperaturen über längere Strecken zu verfolgen (allerdings können auch behaarte Tiere warmer Regionen längere Strecken rasch zurücklegen, siehe Gepard). Nach einer anderen Theorie folgte die Haarlosigkeit dem Aufkommen der Kleidung und erleichterte die Kontrolle von Ungezieferbefall.
Durch die mögliche Gleichzeitigkeit des Aufkommens von Bekleidung und von Nacktheit (im Sinne der Haarlosigkeit) stellt sich kulturhistorisch die Frage nach dem Aufkommen der Bekleidung ähnlich wie nach dem Aufkommen der Nacktheit.
Die Wasseraffen-Theorie beschreibt die Nacktheit des Menschen als Selektionsvorteil bei der Anpassung an eine semiaquatische Lebensweise; es sind allerdings keine fossilen Belege bekannt, die diese Deutung stützen würden.

In verschiedenen Kulturen ist die Nacktheit unterschiedlich verbreitet und wird unterschiedlich bewertet. In den meisten Gesellschaften gehört die zumindest partielle Bedeckung des Körpers zur kulturellen Norm. Das Verständnis dieser Norm unterliegt aber teilweise deutlichen Schwankungen.
Oft verbunden mit der Nacktheit ist das Gefühl der körperlichen Scham, die sich zumeist auf primäre oder sekundäre Geschlechtsmerkmale bezieht und je nach Kultur, Epoche, sozialer Situation und Lebensalter ganz unterschiedliche Schwellenwerte aufweist. So gibt es Naturvölker wie die Yanomami, denen eine Schnur in der Lendengegend ausreicht, um sich 'bedeckt' zu fühlen, die sich ohne diese Schnur jedoch nackt fühlen. Andere Naturvölker empfinden auch bei völliger Nacktheit in den meisten sozialen Situationen keine Scham.
Das andere Extrem ist die Verwendung der Burka, eines Ganzkörper-Schleiers für Frauen, in einigen streng muslimischen Kulturen. Durch die kulturelle Überlieferung ist hier eine Art Wettbewerb zur Vermeidung von Nacktheit entstanden. Ziel war dabei die Überwindung der Triebgefühle oder die möglichst strikte Befolgung religiöser Vorschriften. Als Folge solcher Entwicklungen kann im Extremfall bereits der Anblick des Gesichtes oder des Haars einer Frau vom Betrachter oder von der Gesehenen als deren Nacktheit empfunden werden.
Auch innerhalb der Westlichen Welt kann die Schamschwelle von Kultur zu Kultur ganz unterschiedlich hoch liegen. So empfinden Amerikaner nicht nur Nacktheit, sondern bereits das Sichtbarsein von Unterwäsche als peinlich, und bedecken sich sogar während ärztlicher Untersuchungen mit einem Kittel, während z. B. viele Skandinavier unter bestimmten Umständen selbst gänzliche Nacktheit als unproblematisch empfinden.

Viele Menschen empfinden beim Anblick von Nacktheit ein Gefühl der Verlegenheit, Scham oder auch der sexuellen Anregung. Auch hier gibt es unterschiedliche Schwellenwerte. So tritt die Anregung bzw. Scham nicht so stark oder gar nicht in einer Umgebung auf, in der Menschen sich allgemein wenig bekleiden. Umgekehrt reicht in sehr schamhaften Kulturen schon eine geringere Blöße, etwa der Arme, um solche Gefühle hervorzurufen.

Das Wort „nackt“ gehört der ältesten Schicht des deutschen Wortschatzes an, es lässt sich bis in die Zeit des Proto-Indogermanischen zurückverfolgen und ist damit mindestens rund 5500 Jahre alt. In den meisten indoeuropäischen Sprachen gehört das Wort für „nackt“ ebenfalls dieser ältesten Schicht an. Allerdings hat sich dieses Wort in vielen Sprachen nicht ganz lautgesetzlich entwickelt, offenbar wurde es tabuistisch entstellt. Solche verniedlichenden oder verdeckenden Wortvarianten lassen sich in vielen Sprachen, darunter im Deutschen, bis in die neueste Zeit verfolgen, beispielsweise durch die umgangssprachlichen Formen „nackig“ oder „nackend“ für „nackt“.

In der biblischen Schöpfungsgeschichte ist die Nacktheit ein Symbol für Unschuld und Unbewusstheit. Erst nachdem Adam und Eva eine verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen hatten (Sündenfall), wurde ihnen ihre Nacktheit bewusst und sie schämten sich. Die Scham wird also theologisch als Folge dieser Erkenntnis betrachtet. [1] Die verwandten, aber nicht identischen Empfindungen genitaler Scham einerseits und Scham als Folge einer Regelverletzung und Trennung von Gott andererseits werden dabei häufig verkürzend gleichgesetzt.
Im weiteren Verlauf bleibt Nacktheit im Alten Testament ein Zeichen der Armut und teilweise der Schande, so bei der Deportation nackter Kriegsgefangener. Sie gilt aber nicht als schuldhaft und wird auch als prophetisches Zeichen verstanden und dabei positiv gewertet. Im späteren, orthodoxen Judentum ist die Nacktheit jedoch verpönt.

Im alten Athen war die (halb-)öffentliche Nacktheit den Männern vorbehalten und galt nur bei Frauen als anstößig. Die Kyniker lehrten die Bedürfnislosigkeit bei gleichzeitiger Ablehnung materieller Güter. Vorurteile sowie Scham wurden verworfen zugunsten der als natürlich empfundenen Gegebenheiten wie Nacktheit. Das Gymnasion als Ort der körperlichen Ertüchtigung belegt allein durch seinen Namen (gymnós = nackt), dass Nacktheit im alten Griechenland nicht alltäglich war, sondern auf besonders ausgewiesene soziale Räume beschränkt war, ebenso wie die griechische Kunst.
Einen besonderen Stellenwert hatte die Nacktheit im antiken Griechenland im Sport. Man war überzeugt, dass die Gymnastik die Ausbildung des Körpers zum einzigen Zweck habe, hinzu kamen Wettkämpfe an den Festen der Götter zu deren Ehre. Hier galt es zu zeigen, wie weit man es in allen Künsten, die sich für einen freien Mann schickten, gebracht habe (siehe Olympische, Pythische und Isthmische Spiele). Schon im Jahre 720 v. Chr. wurde bei den Olympischen Spielen der Schurz, mit dem die Kämpfer vermutlich bis dahin bekleidet waren, bei allen Disziplinen außer dem Pferderennen abgeschafft.
Der Grund für die Nacktheit im Stadion ist nicht gesichert. Eine Theorie besagt, einer der Läufer habe während des Laufes den Schurz verloren und gesiegt. Das ließ die Athleten glauben, ohne Kleidung schneller sein zu können. Eine andere Vermutung besagt, ein Läufer soll den Lendenschurz verloren haben und über ihn gestolpert sein. Zur Sicherheit sei daraufhin Nacktheit angeordnet worden. Als dritte Möglichkeit wird eine Forderung aus Sparta angenommen. Die Athleten des Stadtstaates trieben als erste nackt Sport und könnten ihren Brauch bei den Olympischen Spielen durchgesetzt haben. In Sparta trieben, als einzigem der griechischen Staaten, auch die Mädchen Sport, nicht zusammen mit den Männern, aber nackt wie diese.

Im alten Rom war die Nacktheit ebenfalls nichts Ungewöhnliches, sie galt eher als Ausdruck von asketischer Anspruchslosigkeit denn als Ausdruck sexueller Empfindungen. In den Thermen wurde – wenn auch nach Geschlechtern getrennt – nackt gebadet, Gladiatoren kämpften ganz oder teilweise nackt. Nach der Eroberung Griechenlands im Jahre 146 v. Chr. sahen die Römer keinen Anlass, die Nacktheit bei den Olympischen Spielen zu verbieten oder auch nur zu diskutieren. In einer Würdigung des Politikers und Schriftstellers Cato des Älteren erwähnt ein Schriftsteller ebenso anerkennend wie beiläufig, dass dieser Prototyp des tugendhaften Römers im Sommer nackt arbeitete.
Von den Germanen ist durch römische Schriftsteller überliefert, dass sie sich durch gemeinsame Bäder in Flüssen und Seen abhärteten und kleine Kinder teilweise nackt aufwuchsen. Von den keltischen Kriegern ist durch Schriftsteller und bildliche Darstellungen überliefert, dass sie nackt gegen die Römer kämpften.

In der christlichen Tradition überwiegt eine ambivalente Einstellung zur Nacktheit, jedenfalls eine konsequente Betonung der (nicht nur körperlich verstandenen) Schamhaftigkeit und stärker noch der Keuschheit, also der Beherrschung des Sexualtriebes. Letztere war stets verbunden mit dem christlichen Verbot aller Formen der vor- und außerehelichen sexuellen Praxis, also dem Verbot der Unzucht.
Im Neuen Testament selbst wurde die Nacktheit an sich zunächst so wenig verurteilt wie im Alten Testament. Sie galt nicht als Sünde, sondern als soziales Problem, nämlich als ein sichtbares Kennzeichen der Armut, Schande und Hässlichkeit (vgl. Joh 21,7 EU). So stand auch das neutestamentliche Gebot, die Nackten zu kleiden, neben der Forderung der Fürsorge für Hungernde, Dürstende, Gefangene und Kranke (vgl. Mt 25,34−40 EU).
In der christlichen Geschichte gab es im einzelnen einen recht unterschiedlichen Umgang mit der Nacktheit. Beim Besuch von Gotteshäusern selbst wird traditionell die Bedeckung der Schultern und – bei Frauen – der Oberschenkel bis zu den Knien verlangt. Teilweise hat das Christentum in Anlehnung an eine Forderung des Apostels Paulus ein Kopftuch für Frauen befürwortet oder sogar verlangt. Das Verbot der Nacktheit bei den Olympischen Spielen (bzw. dieser Spiele selbst wegen ihres heidnischen Ursprungs) im Jahre 393 n. Chr. ging auf christliche Veranlassung zurück. Andererseits wird (und wurde zu fast allen Zeiten) in christlichen Ländern in den Gewässern nackt gebadet.
Mit Epiphanius von Salamis setzte sich im 4. Jahrhundert die kirchenamtliche Verdammung der Nacktheit durch. Mystische kommunitäre christliche Gruppen, die eine "heilige Nacktheit" praktizierten, oder die man ihnen nachsagte, wie die Adamiten oder die Brüder und Schwestern des freien Geistes des Mittelalters, standen als Ketzer unter scharfen Verfolgungen.

Michelangelo: Jüngstes Gericht
Die öffentliche Nacktheit des Franz von Assisi, intendiert und von seinen Zuschauern verstanden als provozierend-schroffe Absage an jede Art von Materialismus und Konsumismus, wurde von der Kirche im Nachhinein nicht verurteilt, sondern als Hinweis auf seine Heiligkeit anerkannt. Sie wurde assoziiert mit der Nacktheit der Propheten.
Auch findet sich Nacktheit in der christlichen Kunst nicht selten, dies sowohl bei der Darstellung von Adam und Eva über die Engel bis zu bestimmten biblischen Figuren und Heiligen. Eines der berühmtesten Beispiele dafür ist das Altargemälde der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
Nachgerade zu Studienobjekten des nackten männlichen Körpers entwickelten sich die weit verbreiteten Darstellungen des Hl. Sebastian, dessen von Wunden übersäte Gestalt dem Sadismus und Voyeurismus des Betrachters ausgesetzt erscheint.
Die künstlerische Darstellung weiblicher Nacktheit im Abendland nahm ebenfalls ihren Anfang in der Aufnahme biblischer Motive wie Bathseba und Susanna im Bade.

Es findet sich in den zahlreichen und detaillierten Aussagen der katholischen Kirche des 20. Jahrhunderts zu allen Facetten der Sexualmoral kein Verbot der Nacktheit.
Eine katholische Sicht der Scham definierte Papst Johannes Paul II.:
„Weil Gott ihn geschaffen hat, kann der menschliche Körper nackt und unbedeckt bleiben und bewahrt unberührt seinen Glanz und seine Schönheit. Sexueller Anstand kann also nicht einfach irgendwie identifiziert werden mit der Verwendung von Kleidung, noch Schamlosigkeit mit der Abwesenheit von Kleidung und totaler oder teilweiser Nacktheit. Es gibt Umstände, unter denen Nacktheit nicht unanständig ist […] Nacktheit als solche darf nicht gleichgesetzt werden mit physischer Schamlosigkeit. Unanständigkeit ist nur gegeben, wenn Nacktheit eine negative Rolle in Hinsicht auf den Wert einer Person spielt […] Der menschliche Körper ist nicht an sich beschämend, noch sind es sinnliche Reaktionen aus demselben Grund, und menschliche Sinnlichkeit im Allgemeinen. Schamlosigkeit (genau wie Scham und Anstand) ist eine Funktion des Inneren der Person.“

Im Jainismus gibt es seit ältesten Zeiten Digambaras genannte Mönche, die nackt oder fast nackt unter Bekleideten leben. Das Wort bedeutet „die Luftgekleideten“. Auch die Sadhus (hinduistische Asketen) leben gesellschaftlich akzeptiert und hoch geachtet nackt unter Bekleideten. Ihre Zahl wird heute auf mehrere Hunderttausend geschätzt.

Das traditionelle heiße japanische Bad (Ofuro) wurde immer von ganzen Familien gemeinsam nackt genommen. Europäische Missionare waren über die dabei anscheinend fehlende Scham erstaunt. In öffentlichen Bädern, in denen ausnahmslos nackt gebadet wird, wurde die Trennung nach Geschlechtern erst nach dem zweiten Weltkrieg auf Druck der USA eingeführt. Diese Trennung besteht manchmal nur aus einem kaum kniehohen Zaun, der eher eine Markierung darstellt. In vielen natürlichen Thermalquellen (Onsen) wird seit jeher und bis heute gemeinsam gebadet.
Fast nackt wird das Sumo-Ringen ausgetragen. Der uralte, auf das 7. Jahrhundert zurückgehende Sport wird nach traditioneller Deutung zur Freude der Götter betrieben – eine bemerkenswerte Analogie zu den griechischen Olympischen Spielen. Die Nacktheit im Bad und beim Sumo bewegt sich innerhalb genau definierter sozialer Grenzen. Ansonsten ist Japan aus europäischer Sicht eher prüde. Nacktheit am Strand ist völlig unüblich und kaum vorstellbar, in Kinofilmen werden Nacktszenen nach wie vor retuschiert oder komplett geschnitten. Selbst Aufnahmen von Schlafzimmern wurden aus Filmen entfernt, um sexuelle Assoziationen zu verhindern

In vielen traditionellen Kulturen dieser Räume lebten die Menschen bis in die Neuzeit hinein für unser Verständnis unbekleidet. Etwa die australischen Aborigines, Bewohner Neuguineas und mehrere Völker des Amazonas-Gebiets, sowie im zentralen und südlichen Afrika. Dabei wird von den Frauen eine dünne Schnur um die Hüfte getragen und von den Männern ein Penisfutteral, welches auch mit einer Schnur um die Hüfte getragen wird, ohne diese sie sich aber auch nackt fühlen.
Auf Samoa und anderen Inseln Ozeaniens waren die Menschen weitgehend unbekleidet, bis sie im Zuge der Missionierung nicht nur den neuen Glauben, sondern auch die Sitten der Missionare übernahmen. Dabei ist es bis heute geblieben, sodass es Touristen im Allgemeinen nicht gestattet ist, "oben ohne" am Strand zu liegen.

In der chinesischen Kultur hat die Nacktheit traditionell wenig Raum. In Hong Kong kämpfte Anfang 2005 ein bislang rein privater FKK-Club gegen erhebliche Widerstände um das Nutzungsrecht an einem Strandabschnitt. Es wäre trotz der durchaus vorhandenen Akzeptanz der Nacktheit in vielen Kulturen Asiens der erste Naturistenclub des gesamten Kontinents (außer an der äußersten Peripherie Asiens in Russland und Israel).

Die einfache Bevölkerung schwamm und badete in vielen europäischen Ländern bis ins 19. Jahrhundert hinein in Seen und Flüssen nackt. In Skandinavien blieb das Nacktbaden teilweise bis heute üblich. Jedoch verschwand im frühen 19. Jahrhundert die uralte Tradition der ungezwungenen Nacktheit beim Baden im Biedermeier. Erstmalig setzte sich Badekleidung allgemein durch. Diese bedeckte damals bei beiden Geschlechtern fast den ganzen Körper und war wegen der hohen Baumwollanteile in nassem Zustand eher unbequem.
Der ab dem späten 19. Jahrhundert aufgekommenen Freikörperkultur ging es um weit mehr als um die Wiedereinführung des erst vergleichsweise spät unüblich gewordenen Nacktbadens. Die FKK (anfangs auch Nacktkultur genannt, die Bezeichnung Naturismus kam erst später auf) strebte vielmehr als Teil der so genannten Lebensreform den Ausbruch aus naturfernen und teilweise ungesunden städtischen Lebensbedingungen an, die durch die Industrialisierung entstanden waren. Man traf sich in der Natur und war gemeinsam nackt. Zu ihren regionalen Ausgangspunkten gehörten das Ruhrgebiet (der erste FKK-Verein entstand 1898 in Essen) und Berlin. Es wurden Vereine und Bäder gegründet, in denen man – idealerweise ohne soziale Unterschiede – zusammen war, sich duzte und versuchte, sich gesund zu ernähren. Zum frühen Naturismus gehörte das oft rigide Verbot von Tabak und Alkohol. Angestrebt wurde nicht der Genuss und nur teilweise die Entspannung, sondern vor allem mehr Gesundheit. Oft wurde dabei die Nacktheit ideologisch überhöht, etwa im Sinne utopischer gesellschaftlicher Befreiungshoffnungen. Die Disziplin vieler FKK-Vereine war ausgesprochen zackig, und Teile der Bewegung hatten unter dem Motto „nackt und deutsch“ sogar politisch Schlagseite nach rechts. Andere FKK-Vereine, zumal die im Arbeitermilieu entstandenen, tendierten hingegen nach links. Hier spielte das Gleichheitsideal eine Rolle, weil die Nacktheit angeblich soziale Unterschiede aufhebe.
In den 1960ern galt die Nacktheit in Teilen der so genannten 68er-Bewegung als Symbol für die Befreiung von Fesseln der Konvention und etablierte sich so als Form des Protestes. Wogegen dabei im einzelnen protestiert wurde, ist aus heutiger Sicht oft nicht mehr ganz eindeutig. Es wurde soweit zugelassen, dass es z.B. in den 1980ern offizielle FKK-Badestrände an der Ostsee gab, an denen sogenannte Textilbader unerwünscht waren. Im Westen nun kam die Ideologisierung jedenfalls eindeutig von links, zumal die Nacktheit oft mit einem ausgesprochenen Hedonismus und sexuellem Libertinismus verbunden wurde (Hippie-Bewegung, Woodstock).
In der Frauenbewegung, die sich gegen die männliche Dominanz in patriarchalen Gesellschaften wendet, wurde die Nacktheit von Frauen teils als vorbildlich (als Ausdruck von Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung), teils aber auch als verwerflich (als Vorstufe von Pornografie u.ä.) bewertet.
Mit dem vermehrten Aufkommen von Saunaanlagen in Mitteleuropa seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts ist das Nacktbaden wieder vermehrt gesellschaftsfähig geworden. In großen Teilen Europas werden Saunaanlagen nackt besucht, selbst eine Geschlechtertrennung ist nicht üblich.

Der nackte menschliche Körper ist ein klassisches Thema der bildenden Kunst, insbesondere der Zeichnung, Malerei und Skulptur. Ein solches Werk wird seit dem 19. Jahrhundert Akt genannt.
Schon steinzeitliche Idole lassen Nacktheit erkennen, z.B. bei der Venus von Willendorf. An die idealisierte Nacktheit der Griechischen Antike knüpfte die Kunst der Renaissance an, z.B. Michelangelo, der auch die Heiligen oder den gekreuzigten oder auferstandenen Christus nackt darstellte. Solche Bilder, die Genitalien zeigten, übermalte man nachträglich, was häufig erst in jüngerer Zeit durch die Röntgenfotografie entdeckt wurde. Teilweise wurde bei solchen Gemälden wieder der Ursprungszustand hergestellt.
Eine neuere Form künstlerischer Nacktheit ist die Aktfotografie. Auch in anderen Künsten ist Nacktheit ein nicht selten verwendetes Ausdrucksmittel etwa im Theater, Film, in der Aktionskunst und in der Literatur (siehe Topos).

Bei den Olympischen Spielen der Antike der Jahre 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. wurden ab 720 v. Chr. die meisten Wettbewerbe von den Athleten nackt ausgetragen (sog. gymnische Disziplinen). Nur bei den Pferderennen waren die Athleten bekleidet.
In den meisten Kulturen und Epochen wurde außerdem nackt geschwommen und gebadet, wenn auch oft nach Geschlechtern getrennt. Der Naturismus ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert hat zu einer Wiederentdeckung der Nacktheit beim Sport geführt; zu den beliebtesten Sportarten im Naturismus gehören Schwimmen, Volleyball, Pétanque (Boule), Federball (Badminton), Indiaca, Tischtennis, Bogenschießen, Segeln, Surfen und Wandern. Meistens werden im Naturismus Sportarten ohne oder mit wenig Körperkontakt bevorzugt, außerdem natürlich solche Sportarten, in den Kleidung nicht als Schutz (Fechten) oder aus anderen Gründen (Judo) benötigt wird.

Die FKK-Bewegung des 20. Jahrhunderts begründete die Nacktheit mit gesundheitlichen Argumenten. So wurden von dem Schweizer Lebensreformer Arnold Rikli bereits 1853 "Sonnen- und Luftbaden" empfohlen, welches ohne Kleidung seine volle Wirkung entfalten sollte. Vieles davon ist aus heutiger Sicht überholt. Körperliche Bewegung sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol sind per se gesund, unabhängig von der Bekleidung. Gegen Rachitis, Mangel an Vitamin D und andere gesundheitsschädliche Folgen von Sonnenmangel, schlechter Ernährung und beengten Wohnverhältnissen hilft das Baden und der Sport an der frischen Luft mit Bekleidung so wirksam wie ohne. Eigentlich ist nur ein Vorteil für die körperliche Gesundheit erkennbar: Das Vermeiden nasser Badebekleidung kann vor Blasenentzündungen schützen.
Da die Mode zeitweise sehr enge Bekleidung bevorzugt, empfehlen einige Ärzte, wenigstens zum Schlafen keine oder nur sehr lockere Kleidung zu tragen. Zu enge Kleidung kann zu Problemen an den Geschlechtsteilen führen, bei den Frauen zu Verunreinigungen und bei den Männern zu überhitzten Hoden.

Nacktheit wird oft als Mittel eingesetzt, die Aufmerksamkeit potentieller Konsumenten auf ein Produkt oder eine Werbebotschaft zu lenken. So werden in der Werbung und auf Titelblättern von Zeitschriften und Magazinen oft nackte oder leicht bekleidete Menschen abgebildet, selbst wenn die Nacktheit in keinem Bezug zum Inhalt steht. Nackte Personen, oft auch in Verbindung mit Body painting, werden als Werbeträger oder zum Verteilen von Flyern auf öffentlichen Veranstaltungen eingesetzt.
Dabei wird einerseits die erotische Wirkung, insbesondere bei gegengeschlechtlichen Personen, genutzt. Andererseits funktioniert Nacktheit auch unabhängig davon, weil sie in der Öffentlichkeit selten ist und nicht erwartet wird. Mit zunehmender Nacktheit in Medien und Öffentlichkeit lässt die Wirkung jedoch nach, da eine Gewöhnung in der Bevölkerung einsetzt, und Nacktheit wird zunehmend zur Normalität und verliert ihre Signalwirkung.
Der kanadische Fernsehsender Naked News, dessen Programm aus Nachrichten und Informationssendungen besteht, setzt ausschließlich nackte Reporter und Moderatoren ein. Der Sender, welcher mit dem Anspruch antritt, seriöse Inhalte zu vermitteln, will somit einen zusätzlichen Reiz bieten und das eigene Programm gegenüber der Konkurrenz positionieren.

Spätestens seit den 1930er Jahren gewann das gemeinsame Nacktbaden an einigen Nord- und Ostseestränden (Sylt, Mecklenburg; in Berlin damals teilweise „schwedisch baden“ genannt) und in Teilen Istriens wieder eine gewisse Verbreitung. Doch die Anfänge gehen weiter zurück. So bemerkte der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann, der die Insel Hiddensee regelmäßig besuchte, zu seinem 1916 dort begonnenen Roman Die Insel der großen Mutter: „Ich hätte sie wohl nie geschrieben, hätte ich nicht jahrelang auf Hiddensee die vielen schönen, oft ganz nackten Frauenkörper gesehen und das Treiben dort beobachtet.“
Nackt zu baden war seitdem (wieder) nicht mehr nur eine Sache einsamer Seen und Buchten, sondern begann allmählich ein – wenn auch zunächst minimaler – Faktor des Fremdenverkehrs zu werden. Im Jahre 1950 öffnete an der französischen Atlantikküste die erste naturistische Ferienanlage (Montalivet-les-Bains) ihre Pforten. Bereits in den 1950er Jahren begann in Deutschland die offene gesellschaftliche Akzeptanz des Naturismus in Vereinen und im Urlaub. Diese Akzeptanz nahm ab den 1960er Jahren stark zu und parallel dazu wuchs die Zahl und Größe der FKK-Strände und der naturistischen Campingplätze und Feriendörfer. Heute ist der Naturismus in vielen europäischen Ländern, vor allem in Frankreich, Deutschland, Kroatien, den Beneluxländern und in Skandinavien, ein etablierter Zweig des Sommertourismus. Allein in Frankreich existieren mehr als hundert kommerzielle naturistische Urlaubsanlagen. Auch in der Naherholung hat der Naturismus heute eine große Verbreitung, die Zahl der Möglichkeiten zum Nacktbaden an Seen, Flüssen und Stränden geht allein in Deutschland in die Tausende.

In Deutschland ist die öffentliche Nacktheit wie in den meisten Ländern nicht explizit verboten. Durch gerichtliche Entscheidungen ist die „Nacktheit in Strandnähe“ in Deutschland faktisch legalisiert. Anderswo kann die Nacktheit als Ordnungswidrigkeit („Belästigung der Allgemeinheit“, § 118 OWiG bzw. früher als „grober Unfug“ geahndet) mit einer Geldbuße bis zu 1.000 € belegt werden. Die Nacktheit in freier Natur gilt als juristischer Grenzfall – faktisch kommt es darauf an, ob jemand behauptet, belästigt zu werden und deswegen Strafverfolgung verlangt, was jedoch selten ist. Eine breitere Aufmerksamkeit erlangte die Frage nach dem Recht auf Nacktheit bzw. die Pflicht zur Kleidung durch das Nacktjoggen.[3] Der Paragraf §118 beinhaltet die Passage: „Bloße Ärgernisse, geringfügige Belästigungen oder Verhaltensweisen, die lediglich von den gängigen Vorstellungen über Erziehung und Geschmack abweichen, bewirken keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und können daher nicht mit Mitteln des Ordnungsrechts reguliert werden.“ Die juristische Sichtweise, dass von öffentlicher Nacktheit eine mehr als nur geringfügige Belästigung ausgeht, ist somit fraglich.
Die Nacktheit in der eigenen Wohnung sowie auf dem eigenen Grundstück ist grundsätzlich erlaubt, auch bei Einsehbarkeit der Wohnung z.B. durch fehlende Vorhänge.
Vor allem in der englischsprachigen Welt wird öffentliche Nacktheit teilweise stärker verfolgt. So ist es in den USA in vielen Bundesstaaten verboten, öffentlich die Genitalien sichtbar zu machen, für Frauen gilt dies auch für die Brustwarzen. Ausnahmen hierfür existieren lediglich für stillende Mütter.[4] Da das Verbot von Nacktheit sich in vielen Staaten auch auf Strandbereiche erstreckt, besteht die Möglichkeit, Genitalien und Brustwarzen zum Sonnenbaden mit sogenannten Pasties zu bedecken. Diese sind selbstklebend und ermöglichen es, Strafen wegen öffentlicher Nacktheit zu umgehen. Sie werden vor allem in den USA vertrieben.[5]
Verboten ist die Erregung öffentlichen Ärgernisses, insbesondere durch sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit. Durch umstrittene Gerichtsentscheidungen zur Freiheit der Kunst sind im Theater sowie im Rahmen von so genannter Aktionskunst auch sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit zulässig.

Es gibt eine Reihe von Protestaktionen, bei denen die Demonstranten, meistens mit Transparenten ausgestattet, besondere Aufmerksamkeit auf sich und ihr Anliegen lenken wollen, in dem sie sich unbekleidet in großen Menschenansammlungen oder auf öffentlichen Plätzen bewegen[6]. Bekannt sind zum Beispiel Demonstrationen der Organisation PETA gegen das Tragen von Pelzen, bei denen die Teilnehmer mit ihrer Nacktheit neben der erhöhten Aufmerksamkeit auch einen Bezug zwischen nackter Haut und dem Pelz herstellen. Oft stellen sich hierfür auch Prominente zur Verfügung wie zum Beispiel die deutsche Band No Angels[7].
Zum Teil sind bei Nacktprotestaktionen die Grenzen zwischen einer Protestaktion einerseits und der künstlerischen Gestaltung fließend, wie bei verschiedenen Aktionen des Fotografen Spencer Tunick[8] oder bei öffentlichen Studentenprotesten gegen Kürzungen im Bildungswesen[9]. 2004 protestierte die italienische Schauspielerin Monica Bellucci gegen das Verbot künstlicher Befruchtung in Italien, indem sie sich nackt auf dem Titelblatt der italienischen Ausgabe von Vanity Fair abbilden ließ[10].
Um Aufmerksamkeit für die Krebsforschung zu erregen trainierten 28 Frauen in London nackt für den Cancer Research UK's Race for Life 2008[11].
Nacktlaufen als politisches Statement
Um gegen die traditionelle Stierhatz durch die Straßen von Pamplona zu demonstrieren, laufen seit 2002 Aktivisten der Tierrechtsorganisation PETA zwei Tage vor dem ersten Stierrennen nackt durch die Straßen von Pamplona. An der Veranstaltung nahmen 2007 ca. 1.500 Menschen aus 30 Ländern teil[12].


World Naked Bike Ride
Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von Nacktheit als Protest ist der jährliche World Naked Bike Ride (bei dem am 12. Juni 2004 mehr als 1000 Menschen in 24 meist nordamerikanischen Städten teilnahmen), mit dem unter anderem auf die Gefahr der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers im Straßenverkehr hingewiesen werden soll[13].
Lady Godiva
Ein historisches Beispiel für Nacktheit als Mittel des Protests ist die Legende der Lady Godiva. Von dieser Gräfin des 11. Jahrhunderts wird erzählt, dass sie nackt, nur von ihrem langen Haar bedeckt, durch Coventry geritten sei, um damit gegen die hohe Steuerlast der Bürger zu protestieren.

Das Aufkommen des Privatfernsehens in Deutschland in den 1980er Jahren und rund zehn Jahre später des Internets haben die billige Verfügbarkeit von Darstellungen nackter Menschen deutlich erhöht. An der gesellschaftlichen Bewertung der Nacktheit hat dies wenig geändert, vielmehr handelt es sich um neue Vertriebswege der Pornographie, also der kommerziell verwerteten und zudem meist sexualisierten Nacktheit nach dem Prinzip „Sex sells“ (frei: „Sex verkauft (sich) gut“).
Die soziale Akzeptanz der Nacktheit lässt sich eher ablesen an der Verbreitung des Nacktbadens in der Natur oder in Saunen und Badeanlagen. Die insgesamt größere Akzeptanz der Nacktheit hat wohl mit dazu geführt, dass die Bedeutung von Vereinen zur Pflege der Freikörperkultur zurückgeht.

In der westlichen Welt zeichnen sich sowohl die katholisch geprägten Länder Südeuropas sowie die englischsprachigen, puritanisch geprägten Länder durch eine prüdere und restriktivere Haltung gegenüber Nacktheit aus. In Mitteleuropa und Skandinavien liegt eine höhere Akzeptanz für Nacktheit in der Öffentlichkeit vor. Während des Superbowl 2004 sorgte die Sängerin Janet Jackson in den USA für einen Skandal, als ihr während eines Auftritts in der Halbzeitpause das Kleid verrutschte und für wenige Sekunden ihre linke Brust sichtbar wurde. Das Ereignis beschäftigte über Monate die US-Medien und Justiz und ging als Nipplegate-Skandal in die Mediengeschichte ein.[14] Im Jahr 2008 sorgte ein Werbeplakat der Royal Academy of Arts in London für Aufregung, weil auf diesem das Gemälde einer nackten Frau, die Venus von Lukas Cranach aus dem 16. Jahrhundert, zu sehen war. Die Kampagne führte zu Protesten muslimischer Einwanderer und Boykott der Londoner Verkehrsbetriebe. [15] Im selben Jahr sorgte ein deutsches Kinderbuch von Rotraut Susanne Berner für Schlagzeilen, welches in den USA nicht auf den Markt kommen durfte. Grund war die wenige Millimeter große, gezeichnete Abbildung des Penis eines Kleinkinds.[16]
In einem muslimischen Umfeld ist eine öffentliche Nacktheit im Allgemeinen nicht gestattet. Nicht wenige muslimische Familien verbieten ihren Töchtern die Teilnahme am geschlechtergemischten schulischen Schwimmunterricht, weil der Islam die Entblößung unbekleideter Haut vor fremden männlichen Personen nicht gestattet.

Aufstand

Ein Aufstand, teils auch Rebellion genannt, ist ein offener, gewaltsamer Widerstand mehrerer Personen gegen die Staatsgewalt. Er bedeutet meist eine Widerstandsaktion gegen eine bestehende Regierung, auch bewaffnet; siehe auch Straßenschlacht. Aufständische nennt man Rebellen, veraltet auch Insurgenten. In der Geschichte waren Aufstände und Revolutionen meist Aktionen politischer Minderheiten mit moralischer Überlegenheit, die ein bestimmtes Ziel erstrebten.
Ein Volks- oder Arbeiteraufstand bezeichnet eine Auflehnung der Volksmehrheit gegen eine ihrer Meinung nach ungerechte oder nicht legitime Regierung, so am 17. Juni 1953 in der DDR. Ein Aufstand kann auch in Form von friedlichen Demonstrationen stattfinden, siehe etwa 2004 in der Ukraine.
Hannah Arendt unterscheidet zwischen einer Rebellion und einer Revolution strikt: „Das Ziel einer Rebellion [ist] nur die Befreiung [..], während das Ziel der Revolution die Gründung der Freiheit ist“.[1]
Der Boxeraufstand war eine Erhebung gegen die Übermacht der westlichen Wirtschaft und Politik im Kaiserreich China am Ende des 19. Jahrhunderts.
Der mit Abstand blutigste Aufstand der Geschichte war die Taiping-Rebellion mit etwa 30 Millionen Opfern im Süden Chinas, Mitte des 19. Jahrhunderts.

Antike [Bearbeiten]
Ionischer Aufstand 500 v. Chr.-494 v. Chr.
Spartakusaufstand (Dritter Sklavenkrieg 73 v. Chr.)
Jüdischer Aufstand 66-70 sowie 135
Bataveraufstand 69-70
Nika-Aufstand 532

Mittelalter [Bearbeiten]
Bauernkriege, s. a.:
Jacquerie, 1358, Bauernaufstand in Frankreich
Peasants’ Revolt, 1381, Bauernaufstand in England
Praguerie 1440, Aufstand des französischen Adels gegen Karl VII.

Frühe Neuzeit [Bearbeiten]
Bacon’s Rebellion 1676/1677
Amerikanischer Sklavenaufstand
Amerikanische Whiskey-Rebellion
Englischer Bürgerkrieg

Moderne [Bearbeiten]

18. Jahrhundert [Bearbeiten]
Sendlinger Mordweihnacht 1705
Augsburger Weberaufstände 1784/85 und 1794/95
Französische Revolution 1789
Aufstand der Vendée 1793-1796
Polnischer Kościuszko-Aufstand 1794

19. Jahrhundert [Bearbeiten]
Bourla-Papey 1802 gegen Grund- und Bodenabgaben im Waadtland (Schweiz)
Dekabristenaufstand 1825 in Russland
Polnischer Novemberaufstand 1830/31
Weberaufstand 1844
Revolution von 1848/49
Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848 bis 1851
Taiping-Rebellion in China 1851 bis 1864
Anti-Steuer-Rebellionen, mehrere Aufstände (1860–1912) auf Timor gegen die portugiesischen Kolonialherren
Polnischer Januaraufstand 1863/64
Pariser Kommune 1871
Bulgarischer Aprilaufstand 1876 gegen das Osmanische Reich
Aufstand auf Kuba 1895

Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs [Bearbeiten]
Boxeraufstand im Kaiserreich China
Aufstand der Herero und Nama 1903 gegen die deutsche Kolonialmacht im heutigen Namibia
Ilinden-Aufstand 1903, gegen das Osmanische Reich im heutigen Mazedonien und Ostthrakien
Bauernaufstand in Rumänien 1907
Kosovoaufstand 1910
Irischer Osteraufstand 1916
Spartakusaufstand in Berlin 1919
Märzkämpfe in Mitteldeutschland (Mitteldeutscher Aufstand), 1921, Arbeiterrevolte
„Klaipėda-Revolte” 1923 in Memelland (Klaipėda, Litauen)
Kommunistischer Septemberaufstand 1923 in Bulgarien
Juni-Aufstand 1941 in Litauen
Aufstand im Warschauer Ghetto 1943
Aufstand der Häftlinge im Todeslager Sobibor am 14. Oktober 1943
Warschauer Aufstand 1944
Prager Aufstand 1945

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs [Bearbeiten]
Aufstand 17. Juni 1953
Posener Aufstand 1956
Ungarischer Volksaufstand 1956
Studentenbewegung 1968 (Generalstreik in Paris)
Streik der Studenten 1973 gegen die faschistische Diktatur in Griechenland
Nelkenrevolution 1974 in Portugal
Aufstand in Soweto 1976 in Südafrika
Orangene Revolution“ im Verlauf der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine 2004

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